Positive Circular Fashion News
Die Stimmung gegenüber Ultra-Fast-Fashion verändert sich. Was vor wenigen Monaten noch als cleverer Weg galt, jüngere Kunden anzusprechen, wird heute zunehmend kritisch hinterfragt. Gleichzeitig kommt Bewegung in die Politik.
Paris macht Schluss mit Shein
Nur wenige Schritte von Notre-Dame entfernt eröffnete der traditionsreiche Pariser Department Store BHV Marais im November auf seiner obersten Etage eine Shein-Boutique als Shop-in-Shop-Konzept. Die Idee dahinter: jüngere Kunden in das Haus zu bringen.
Die Reaktionen waren jedoch heftig. Bereits zur Eröffnung kam es zu Protesten. Über 100 Brands, darunter Dior und Guerlain, zogen ihre Produkte zurück. Die Zusammenarbeit geriet zunehmend in die Kritik. Nun haben die Eigentümer des Warenhauses einen Schlussstrich gezogen. Der ehemalige CEO bezeichnete die Entscheidung öffentlich als “strategischen Fehler”. Shein soll bis Weihnachten aus dem Store verschwinden.
Was besonders bemerkenswert ist: Innerhalb von weniger als sieben Monaten wandelte sich die Strategie von “Fast Fashion als Zukunft” zu einem öffentlichen Eingeständnis, dass dieser Weg nicht funktioniert hat und ein grosser Fehler war.
Frankreichs Anti-Fast-Fashion-Gesetz lebt wieder
Fast unbemerkt hat Frankreich in derselben Woche einen wichtigen Schritt in Richtung Regulierung gemacht. Das seit zwei Jahren blockierte Anti-Fast-Fashion-Gesetz wurde wieder aufgenommen und soll nun Ende Juni endgültig abgestimmt werden.
Betroffen vom Gesetz wären vor allem Plattformen wie Shein oder Temu, während klassische Fast-Fashion-Anbieter wie Zara oder Primark deutlich weniger eingeschränkt würden.
Warum das für Circular Fashion wichtig ist
Der Gegenwind für Ultra-Fast-Fashion wird immer spürbarer. Dies betrifft nicht nur die Politik, sondern auch Kunden und auch den Handel. Was lange als unschlagbar günstig galt, wird heute zunehmend hinterfragt.
Gleichzeitig schaffen neue Regulierungen und ein wachsendes Bewusstsein Raum für Alternativen. Resale, Vintage und Slow Fashion etablieren sich zunehmend als fester Bestandteil einer neuen Modekultur. Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für Stücke mit Geschichten, Qualität und Langlebigkeit und schenken so bestehenden Treasures ein zweites Leben.
Genau darin sehen wir die Zukunft der Mode: weniger Wegwerfmentalität, mehr Wertschätzung. Denn die schönsten Treasures sind jene, die immer wieder neu entdeckt werden.