The HERMÈS Shoulder BIRKIN BY JEAN-PAUL GAULTIER

Die JPG Shoulder Birkin gehört zu seinen wichtigsten Hermès-Designs. Sie erschien 2004 in Jean-Paul Gaultiers ersten Hermès-Kollektion. Schon Vogues damalige Runway-Kritik beschreibt eine neu modellierte, verlängerte Birkin.

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Birkin ist nicht nur die Form, sondern die Art, wie sie getragen wird. Eine traditionelle Birkin besitzt kurze Griffe und wird primär in der Hand bzw. Armbeuge getragen. Gaultier verlängerte die Griffe, sodass die Tasche tatsächlich über der Schulter getragen werden konnte. Gleichzeitig zog er den Körper horizontal auseinander: Die Shoulder Birkin ist breiter, niedriger und besitzt dadurch diese charakteristische East-West-Silhouette.

Leder mit Charakter

Das Material

Besonders prägend für die Shoulder Birkin 40 und 42 ist ihre großzügige Verarbeitung aus Taurillon-Clémence-Leder. Das fein genarbte Kalbsleder ist für seine weiche, geschmeidige Haptik bekannt und verleiht der Tasche von Beginn an eine weniger starre, natürliche Ausstrahlung.

Mit der Zeit entwickelt das Leder eine ganz eigene Persönlichkeit: Es wird weicher, gibt an bestimmten Stellen leicht nach und bildet sanfte Falten. So entsteht der charakteristische, leicht slouchy Look, der bei Vintage-Modellen besonders schön zur Geltung kommt. Statt makellos und unverändert zu bleiben, erzählt das Material durch seine Patina und natürlichen Veränderungen von der Art, wie die Tasche getragen wurde.

Die Kunst der Nuance

Farbe & Charakter

Erst im Detail zeigt die Shoulder Birkin ihre ganze Raffinesse. Sangles, Touret, Clochette und Schloss übertragen die vertrauten Birkin-Codes auf das ungewöhnliche Format, ergänzt durch Palladium- oder Gold-Hardware. Im Inneren trifft das weiche Clémence-Leder auf feines, tonal abgestimmtes Chèvre-Ziegenleder. Die verschiedenen Generationen Shoulder Birkin I und II unterscheiden sich in einzelnen Details ihrer Konstruktion, Maße und Innenaufteilung. Seltene Farben, Leder und Hardware machen manche Ausführungen zu echten Raritäten und damit zu besonders begehrten Stücken.Von klassischem Noir und Étoupe bis zu Orange, Potiron oder Bleu Indigo besitzt jede Ausführung ihren eigenen Charakter.

ON THE RUNWAY

Das Runway-Debüt der Shoulder Birkin war eingebettet in eine Inszenierung, die tief in der Reittradition von Hermès verwurzelt war. Die Herbst/Winter-Show 2004 fand an der Pariser École Militaire statt, wo Heuballen, Reitbekleidung und luxuriöse Lederdetails die Welt des Hauses aufgriffen. Die Tasche wurde dabei nicht isoliert als neues Accessoire präsentiert, sondern als Teil eines vollständigen Looks: kombiniert mit Reitstiefeln, körpernahen Silhouetten, Leder und klassischen Equestrian-Codes. Gerade diese Verbindung aus funktionaler Reitästhetik und Pariser Luxus prägte die gesamte Kollektion und gab der Shoulder Birkin den passenden Rahmen für ihr Debüt.